Des Kaisers neue Kleider?

Oder wie würden Sie Ihre Mitarbeiter für „König Kunde“ präsentieren? In oller Arbeitsbekleidung wohl sicher nicht.

Man sagt ja landläufig „kleide dich für den Job den du gerne hättest und nicht für den, den du inne hast“, leider ist das nicht überall angesagt, oder sollte es zumindest nicht. Trotzdem sieht man nur all zu oft arme Mitarbeiter, die in lustige Kostüme oder total abgenutzte Kleidung gesteckt werden. Manchmal – was fast noch schlimmer ist – aber alle fröhlich so angezogen sind, wie der eigene Kleiderschrank es gerade her gibt. Dabei stellt der ästhetische Kunde oft mit erschrecken fest, dass der Verkäufer, Service- oder Infomitarbeiter sich wohl im dunklen angezogen haben muss.

Ja, die Fashion-Welt gibt so einiges her. „Kleider machen Leute“, das wissen wir alle, aber macht es auch „das Unternehmen“? Einen weiteren, schlauen Spruch darf man hier schliesslich auch nicht vergessen: Der erste Eindruck zählt! Und das ist nicht nur beim Vorstellungsgespräch so.

Viele Unternehmen achten peinlich genau darauf, dass die Corporate Identity bzw. das Design stringent durchgezogen wird, hören aber beim Repräsentanten, dem eigenen Mitarbeiter, irgendwie auf. Warum?

Arbeitsbekleidung muss keine Verkleidung oder unstylisch sein!

Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie Ihre Mitarbeiter wohl auf die Kunden wirken? So rein optisch? Und ich meine nicht ein gepflegtes Äusseres, das ist ja wohl selbstverständlich. Aber genau so, wie Sie für Ihre Unternehmensvermarktung und wirkungsvolle Kommunikation hinschauen müssen, wie Sie Ihre Stammkunden ansprechen und neue Zielgruppen erreichen, welche Sprache Sie nutzen, welche Botschaften Sie vermitteln möchten und welche Emotionen durch Ihre Marke transportiert werden sollen, so ist auch die Erscheinung und Wirkung Ihrer Mitarbeiter ein Kommunikationskanal zum Kunden! Klar brillieren diese sicherlich durch Freundlichkeit, Fachkompetenz und Kundenzufriedenheit, aber da geht doch noch mehr!

Sie kennen es alle von grossen Firmen, egal in welcher Branche. So, wie man als Kunde auf ein Markenzeichen und das dazugehörige Image reagiert, so erkennt man auch deren Mitarbeiter direkt auf en ersten Blick – an Ihrer Kleidung, an einem bestimmten Style, an der firmeneigenen Attitude. Und da ist es vollkommen egal, ob es die kleinen oder grossen Kunden ansprechen soll. Denken Sie nur mal an die Bekleidungsgeschäfte, in denen die Verkäufer in Shorts präsent sind, oder die genau so edel, hip oder ausgefallen gekleidet sind, wie die Kleidung, die sie verkaufen. Stellen Sie sich das Geschäft, an das Sie gerade denken müssen, mal kurz vor dem inneren Auge mit Mitarbeitern in privat zusammengestellten Outfits, zusammengewürfelten Styles oder abgetragenen Kleidungsstücken aus einem anderen Jahrzehnt vor. Geht garnicht, oder?

Aber, man muss hier garnicht so weit „nach oben oder in die Ferne“ schauen, denken Sie nur einmal an Ihr liebstes Restaurant, Fastfoodladen, Händler oder Bar. Die Zeit der Uniformen ist schon lange passé. Das will – je nach Produkt und Firmenimage- auch kein Kunde mehr sehen. Und mal ehrlich, Uniformen gehören ins Militär. All zu oft jedoch Realität. Definitiv eine vertane Chance in der Unternehmenskommunikation.

Das eigene Corporate Design kommt an der Corporate Fashion nicht vorbei

Das Corporate Design bzw. die Corporate Fashion steht aber grundsätzlich noch für den Grundgedanken der Uniform, denn sie symbolisiert qua Definition die Funktion ihres Trägers und/ oder dessen Zugehörigkeit zu einem Verband, Organisation oder Unternehmen. Aber, der Kunde will doch mittlerweile viel mehr – oder anders; Sie können ihn doch viel besser und bewusster durch die Kleidung Ihrer Mitarbeiter beeinflussen – auch ohne Uniformcharakter. Ich „Kunde“ will schliesslich Menschen sehen, die so aussehen wie ich, oder von denen ich mir etwas abgucken kann – keine Marionetten und Muppet Figuren, die sich in Ihrer offensichtlichen Arbeitsbekleidung sichtbar unwohl fühlen und mich dann auch noch beraten und schöne Dinge verkaufen sollen?!

Aber Achtung, bitte immer abgestimmt auf das Image, das Sie transportieren möchten. Beispiel: Ihr Unternehmen steht für Präzision? Dann sind abgeschürfte Ellen am Sakko, Löchlein im Hemd oder Schmutz an der Schürze wohl kaum etwas, mit dem Sie glänzen und Erfolg erzielen können. Sie stehen für moderne Lösungsansätze? Tja, dann sollten Ihre Mitarbeiter auch keine Anzüge tragen, dessen Schnitt aus den 90ern stammt. Mit einem solchen visuellen Eindruck erreichen Sie un- bzw. unterbewusst beim Kunden wohl eher das Gegenteil.

Und jetzt kommt die Crux für Ihre Wahl und den nächsten Einkauf Ihrer Corporate Fashion: Die Kleidung am Arbeitsplatz muss nicht nur gut aussehen, sie muss auch was können! Ein Servicemitarbeiter im zu engen Anzug ist kaum in der Lage sich zu bewegen und zu agieren, wie Sie es als Chef gerne hätten: flott, geschmeidig, auf zack. Gerade in diesem Job braucht es Bewegungsfreiheit. Und wie oft muss diese Kleidung gewechselt und gewaschen werden. Ein kleiner Härtetest also. Überlegen Sie deshalb gut, auch wenn Sie nicht im Gastrobereich unterwegs sind, wie Ihre Mitarbeiter nicht nur Top aussehen, sondern auch Top performen können.

Sie sind auf den Geschmack gekommen? Na, dann machen Sie sich doch einfach mal ein eigenes Bild, holen sich Inspiration und guten Rat bei Engelbert Strauss aus St. Gallen zum Beispiel. Denn das Gute liegt oft ganz nah.

Wir wünschen Ihnen viel Freude und viel Erfolg bei der Auswahl, dem Shopping und der Präsentation Ihrer neuen Unternehmens-Mode.

By | 2017-04-27T08:00:35+00:00 26. Mai 2016|